Das Phänomen Conchita Wurst

Conchita Wurst - Günter Jaritz - The Human Brand

Was macht die Sängerin Conchita Wurst so bekannt und erfolgreich? Was steckt hinter der Drag Queen und ihrem Spirit?

The Human Brand Conchita Wurst

Zuerst einmal hat sie alle Grundvoraussetzungen, die eine erfolgreiche Human Brand ausmacht: sie ist klar positioniert, hat Ecken und Kanten, polarisiert, hat eine Geschichte und eine soziale Botschaft und macht ihren Job erstklassig und professionell. Sie wirkt in all ihren Aussagen und Tätigkeiten authentisch und geht unbeirrt ihren Weg. Und wer sie persönlich kennt merkt, dass sie dies alles aus ganzem Herzen und mit voller Leidenschaft lebt.
Doch das sind alles Merkmale, die auf den ersten Blick nicht unbedingt erkennbar sind. Also warum reagieren so viele Menschen schon beim ersten Kontakt innerhalb von Sekundenbruchteilen auf Conchita Wurst? Antworten darauf gibt die Neuropsychologie. Denn Marken wirken im Gehirn, sie sind etwas Psychologisches.

Neuropsychologie macht Marken erfolgreich

Ein Grund für die schnelle Reaktion auf Conchita Wurst liegt im Schubladendenken von Menschen. Schon in seiner Kindheit lernt der junge Erdenbürger Dinge im Kopf zu organisieren.

Die Entstehung von Schubladen

Stellen Sie sich vor, sie spazieren mit Ihrer Mutter durch einen Park und eine Katze läuft vorbei. Ihre Mutter sagt „Schau mal, eine Katze”. Sie lernen und die Schublade Katze wird in ihrem Kopf erstellt. Ein paar Meter weiter läuft wieder etwas mit vier Beinen, Fell und Schnauze an Ihnen vorbei und Sie sagen voller Stolz „Katze”. Sie werden aber korrigiert mit den Worten „Nein, das ist ein Hund.” Aha, die Katze ist ja auch kleiner. Sie lernen und die Schublade Hund entsteht. Nun läuft ein Yorkshire-Terrier an Ihnen vorbei: vier Beine, Fell, Schnauze und klein, also eine Katze. Nein, ein Hund. Also in die Schublande Hund. Und so weiter. Im Laufe Ihrer Entwicklung haben Sie viele solcher Schubladen angelegt und mit Mustern gefüllt.

Das Kontrast-Prinzip

Das grundlegende Prinzip hinter diesem Prozess ist das Kontrast-Prinzip – also Vergleiche zwischen Mustern und ihren Unterschieden. Durch Kontrastierung lernt unser Gehirn implizit, was zusammengehört und was nicht. Genau nach diesem Prinzip hat das menschliche Gehirn auch gelernt, Mann und Frau implizit zu unterscheiden. Was gehört in die Schublade Mann, was in die Schublade Frau.

Die Schublade Mann, die Schublade Frau

Und jetzt begegnet Ihnen Conchita Wurst – Frau mit Bart. Ihr Unterbewusstsein dekodiert, analysiert und bewertet diese Informationen innerhalb von Sekundenbruchteilen und möchte die entsprechende Schublade finden. Und wenn die Schublade für Conchita Wurst noch nicht existiert, dann werden Sie sich, ob Sie wollen oder nicht, mit ihr auseinandersetzten. Welche Schublade? Schublade Frau passt nicht, Schublade Mann passt nicht. Neue Schublade?
Und das alles passiert implizit, also ohne Ihr Zutun, in Ihrem Unterbewusstsein. Bewusst bemerken Sie nur, dass Sie sich plötzlich mit ihr beschäftigen.

Eine Conchita Wurst ohne Bart würde diesen Impuls nicht auslösen.

Zufall, Intuition oder geniales Management?

Neuropsychologie in der Markenführung

Die Neuropsychologie hat noch weitere Antworten parat. Nicht nur auf das Phänomen Conchita Wurst, sondern auch auf Fragen, wie man zu einer Human Brand werden und aus der grauen Masse ausbrechen kann. Für Ihren Erfolg im Privat- und Berufsleben.

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